"Quelle: Starkenburger Echo, 19. Oktober 2010"
Organisatorischer Aufwand lohnt
Benefizkonzert: Auch die dritte Auflage von »Rock die Halle« in Nieder-Liebersbach lockt knapp 300 Besucher
NIEDER-LIEBERSBACH. Die Halle rockt man am besten gleich mit fünf guten Bands. Das Konzept der Macher des inzwischen dritten Benefiz-Festivals »Rock die Halle« der SVG Nieder-Liebersbach für den vereinseigenen Hallenneubau ging wieder einmal auf. Das Programm mit Punk, Ska und Rock'n'Roll bescherte dem jungen, tanzwütige Publikum eine Party mit »fetten Beats«, wie es in der heutigen Jugendsprache heißt.»Im Grunde haben wir dieses Jahr unser Ziel erreicht«, stellte Tobias Rotter im Gespräch mit dem ECHO fest. Der junge Mann leitet die Tischtennis-Abteilung der SVG. »In zwei Wochen wird unsere neue Sporthalle eröffnet, wofür wir ja in den vergangenen drei Jahren Geld gesammelt haben.«Wird deshalb nun ein Schlussstrich gezogen? »Nein, das wollen wir auf keinen Fall«, entgegnete Rotter nachdenklich. Es sei allerdings jedes Jahr aufs Neue ein immenser Aufwand, der sowohl finanziell als auch organisatorisch von der Abteilung zu stemmen sei. »Ohne die Sponsoren und ehrenamtlichen Helfer wäre uns das nicht möglich gewesen.« »Natürlich würden wir das Festival gerne weiter ausrichten«, meinte auch Steffen Kohlmann, der vor drei Jahren die Idee dazu hatte. In seiner Freizeit engagiert er sich nicht nur als Schüler- und Jugend-Trainer bei der SVG, sondern auch als Schlagzeuger der lokalen Ska-Formation »Sacksophon«. »Von daher kenne ich viele Bands aus der Region«, so Kohlmann, »die sich dazu bereit erklärt haben, für den guten Zweck bei uns in Nieder-Liebersbach zu spielen.«Dass auch nun wieder knapp 300 Besucher in die alte Halle kamen, um bei den rockigen Klängen zu feiern, sei ein starker Anreiz zum Weitermachen. »In Zukunft könnten die Einnahmen in die Förderung der Nachwuchsarbeit fließen«, sagte Kohlmann. Der Konzertbeginn war auf 19 Uhr terminiert. Zum Auftakt enterten die sieben Jungs von »Skall'n Crossbones« in ihrem illustren Sportleroutfit die Bühne. Die Band aus Ladenburg sorgte mit ihrer Mischung aus Ska und dem experimentellen Offbeat-Sound für die erste spürbare Temperaturerwärmung in der Halle.»Wenn alles gut läuft, wollen wir nächstes Jahr unser erstes Album aufnehmen«, ließ Sänger Paul Brenndörfer nach einem schweißtreibenden Auftritt durchblicken. Nach Nieder-Liebersbach kommen die »Skalls« immer wieder gerne: »Die Location ist wirklich sehr gut, und das Publikum feiert immer begeistert mit.« Dazu lieferten die Ladenburger, die sich mit ihrem Sound-Hybrid »irgendwo zwischen Balkan und Punk« angesiedelt sehen, den passenden Soundtrack.Danach spielten »Jacky« aus Mannheim. Deren deutschsprachiger Hardrock kam beim Publikum ebenfalls sehr gut an. Krachende Akkorde und die eingängigen Texte von Sänger King W. Rock heizten die Party an. Weiter ging es anschließend mit »Baxter«. Die vier Mannheimer haben in zehn Jahren erfolgreich an ihrem Ruf als hervorragende Live-Band im Rhein-Neckar-Raum gebastelt. Ihren Stil bezeichnen sie als melodischen Punkrock.»Von poppig bis schnell und auf die Fresse«, schilderte Schlagzeuger Ante augenzwinkernd das Repertoire der Band. Vor einem Jahr haben die kreativen, extrovertierten »Akkord-Meister« ihr drittes Studio-Album herausgebracht: »Generation Education« hat ihnen eine Menge Sympathie beim Publikum und bei Radiostationen eingebracht. Einen kunterbunten Trailer ihrer Scheibe lieferten »Baxter« in Nieder-Liebersbach: Laute Nachtgedanken angehender Akademiker, die zurzeit für ihr Examen in Politik, Deutsch und Geschichte büffeln, und die mit »Summertime« eine brandneue Single - auch als Musikvideo im Internet auf YouTube - herausgebracht haben.Die Heidelberger Hardrock-Formation »Fall in Grace« und die Lokalmatadore von »Sacksophon« mit ihrem treibenden »L-Town-Ska« ließen es ebenfalls noch einmal richtig krachen. Gegen zwei Uhr kamen die letzten Grooves aus den Verstärkern. Danach hieß es abbauen - bis zum nächsten Jahr bei »Rock die Halle«. mano








