Artikel "Odenwälder Zeitung, Mai 2008"
Rocken für eine neue Halle – da helfen alle
Nieder-Liebersbach. Sie kleckern nicht, sie klotzen. Die Tischtennis-Abteilung der SVG Nieder-Liebersbach hat Großes vor, schließlich wächst man bekanntlich ja mit seinen Aufgaben. Musik verbindet Menschen. Und wenn sich Bands finden, die für einen guten Zweck in die Saiten greifen, ist das nicht erst seit „Live Aid“ eine tolle Sache. So soll es auch am 13. Juni sein, wenn die Zelluloidkünstler ihre Schläger in der Ecke lassen und ihr Organisationstalent unter Beweis stellen. „Rock die Halle“ heißt das Benefiz-Festival, dessen Erlös in vollem Umfang dem geplanten Hallenneubau zugute kommen soll. Auf der Bühne präsentieren sie mit Jacky, Hot Mustard, Funky Clan Project 9, Skall 'n' Crossbones und Blacklight fünf Bands, die die Stimmung in der Halle zum Kochen bringen werden.
Als die SVG Anfang dieses Jahres beschloss, dass jede Abteilung pro Jahr eine Veranstaltung zugunsten des Hallenneubaus ausrichten solle, rauchten bei den Tischtennisspielern die Köpfe. „Wir wollten Vorreiter sein“, erzählt Tobias Rotter. Relativ schnell war die Idee geboren, ein Rockfestival auf die Beine zu stellen. „Die Begeisterung ist unglaublich. Besonders unsere Jugend war gleich Feuer und Flamme, hat nicht nur Pläne geschmiedet, sondern ist zurzeit auch mit Feuereifer dabei, diese umzusetzen“, sagt der Abteilungsleiter. Voran schritten die Kohlmann-Brüder. Steffen ließ seine Kontakte in der Musikszene spielen, Axel bewies sich als Denker und Lenker. In einer Rekord-Zeit hatte der 17-jährige Steffen das Line-up stehen – und das ist wahrlich nicht von schlechten Eltern. „Wir haben absichtlich auf Bands aus der Region gesetzt“, betont Tobias Rotter, und Steffen Kohlmann ergänzt: „Ich bin mir sicher, dass die Leute, die zu uns kommen, richtig viel Spaß haben werden. Das Tolle ist, dass für jeden Musikgeschmack etwas dabei ist.“
Stimmt. Die Nieder-Liebersbacher setzen nicht auf eine Richtung, sondern auf verschiedene Einflüsse. Nur: Es muss halt rocken. Blacklight gelten beispielsweise als große Nachwuchshoffnung im Odenwald. Ihr Pop-Rock begeisterte zuletzt nicht nur ihre eingefleischten Fans im Weinheimer „Muddy's Club“. Skall 'n' Crossbones kommen aus Ladenburg und belegten beim Newcomer-Festival den hervorragenden dritten Platz. Die Bigband, die sich aus neun Musikern zusammensetzt, steht für Ska und Reggae im Stile von Dr. Woggle & the Radio. Das Funky Clan Project 9 aus Fürth heizte schon der Menge in der Weiherer „Music-Hall“ ein, ihr großes Vorbild sind die Funk-Götter Red Hot Chili Peppers. Hot Mustard stehen im Dezember im Finale des Newcomer-Festivals. Die Weinheimer Band lässt es mit ihrem Punkrock auf der Bühne richtig krachen. Hot-Mustard-Drummer Steffen Kohlmann sagt. „Man hat uns schon mit vielen verglichen – dazu gehörte Rio Reiser, The Offspring und Die Ärzte.“ Aber das Beste: Hot Mustard sind einfach Hot Mustard, sie spielen nichts nach, sondern machen ihr eigenes Ding. Dafür steht auch Jacky, der unumstrittene Festival-Höhepunkt. „Es ist der Hammer, dass wir Jacky für unsere Idee begeistert haben“, sagt Steffen Kohlmann. „Die Viernheimer sind richtig coole Typen. Es ist schön, dass es noch Musiker gibt, die für die Stimmung und das Feeling auf die Bühne gehen und nicht für Geld.“ Mit Jacky ist der SVG-Tischtennisabteilung tatsächlich ein dicker Fisch ins Netz gegangen. Die Viernheimer setzten sich Ende April beim Newcomer-Festival Rhein-Neckar die Krone auf. Ihre Show gemischt mit dem tighten Groove und den eingängigen Songs rissen das Publikum mit: AC/DC und Led Zeppelin lassen grüßen.
Die Vorbereitungen für das Benefiz-Rockfestival laufen bei der SVG-Tischtennisabteilung derzeit auf Hochtouren. Die Sparkasse Starkenburg und die Weinheimer Firma Prier zeigten sich von der Idee so begeistert, dass sie sie unterstützen. „Jetzt werden Flyer und Plakate gedruckt, um auf unser Großereignis hinzuweisen“, sagt Axel Kohlmann zum Stand der Planungen. Dann stehen Treffen mit der Tontechnik-Firma und mit den Bands an, um auf alles optimal vorbereitet zu sein. „Es steckt viel Arbeit darin – aber es macht auch unglaublich viel Spaß“, erzählt der 21-Jährige, der hofft, „dass möglichst viel Geld zur Unterstützung unseres Hallenneubaus hängen bleibt“. Wird die Premiere ein Erfolg, wollen die Tischtennisspieler im nächsten Jahr vielleicht sogar noch einen draufsetzen. „Mein Traum ist es, ein zweitägiges Festival auf die Beine zu stellen“, sagt Steffen Kohlmann.
INFO: „Rock die Halle“, 13. Juni ab 19.30 Uhr (Einlass: 19 Uhr) in der Halle der SVG Nieder-Liebersbach. Karten kosten an der Abendkasse 5 Euro. cr








